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über fotos von menschen in bussen

breitbeinig

breitmachmacker

gerade schwappt mir das breitmachmacker-tumblr in die timeline: ein neues fotoblogprojekt über leute, vor allem männer*, die in bussen und bahnen rücksichtslos raum einnehmen. finde ich eine spannende idee, um kritik an sexistischen alltagshandlungen visuell zu thematisieren.

sofort kommt mir aber die assoziation an ein ganz anderes tumblr-blog in den sinn, das feminist_innen in argentinien seit monaten zu bekämpfen versuchen: „chicas bondi“ (bondi ist umgangssprachlich für linienbus in buenos aires). die seite, auf der regelmäßig und anonym fotos von attraktiven* frauen* gepostet werden, ist so erfolgreich, dass sie inzwischen wohl offenbar kurz vor dem umzug auf die eigene domain steht.

chicas bondi facebook

chicas bondi auf facebook

unter dem claim „ohne pose und ohne erlaubnis“ und unter angabe der buslinie wurden dort schon hunderte von frauen zu unfreiwilligen models, die fotos kursieren dann im netz, werden ausführlich kommentiert und tauchen bisweilen gar auf pornoseiten auf. während der onlinekampf gegen die seite bisher leider eher erfolglos geblieben ist, wird jetzt immerhin strafrechtlich wegen der verletzung von persönlichkeitsrechten gegen „chicas bondi“ ermittelt.

die beiden tumblelogs zeigen, wie unterschiedlich die wirkung einer erstmal ähnlichen handlung doch sein kann: leute nehmen ohne erlaubnis fotos von ihren mitfahrenden im öffentlichen nahverkehr auf und posten diese im netz. allerdings ist es hier nicht nur die frage, ob das gesicht zu sehen ist oder nicht, die den unterschied ausmacht: während „breitmachmacker“ als verteidigungsstrategie von im wörtlichen sinne marginalisierten körpern interpretiert werden kann, dient „chicas bondi“ der perpetuierung des objektstatus von als weiblich gelesenen menschen.